34 Soziale Arbeit – ein politischer Beruf?! Haltungen und Meinungen angehender und praktizierender Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. -

Veranstaltungsinformationen:

  • Datum und Uhrzeit: 20.10.2018, 09:00 Uhr bis 10:30 Uhr
  • Stream: Hauptveranstaltungen
  • Referent_in: Matthias Kachel

Beschreibung:

Wer empowert Empowernde? Welches politische Bewusstsein haben SozialarbeiterInnen? Sind sie sich ihrer politischen Möglichkeiten bewusst? Diese Fragen entstanden in den Gruppendiskussionen meiner Masterarbeit. StudentInnen der Sozialen Arbeit und praktizierende SozialarbeiterInnen waren eingeladen, über politische Inhalte und Eigenschaften der Profession zu diskutieren – ihre Haltungen fehlten im bisherigen theoretischen Diskurs. Im Vortrag werden Methode und Ergebnisse der Arbeit vorgestellt und versucht sie in einen aktuellen Kontext einzuordnen.


Soziale Arbeit, so sind sich Theorie und Praxis einig, ist eine Menschenrechtsprofession. SozialarbeiterInnen unterstützen ihre KlientInnen dabei, sich selbst und ihr Umfeld zu ermächtigen, zu verändern und sich für ihre Bedürfnisse und Rechte einzusetzen. Doch wer empowert die Empowernden? Sind sich SozialarbeiterInnen der politischen Tragweite ihrer Handlungen bewusst? Haben sie ihren Beruf, ihr Studium bewusst aufgrund seiner politischen Inhalte und der daraus entstehenden Handlungsmöglichkeiten gewählt oder hat sich die Sichtweise für den Politikgehalt der Sozialen Arbeit erst im Lauf von Beruf und Studium entwickelt? Welchen Stellenwert hat Macht – nicht nur in Bezug auf KlientInnen, sondern auch im allgemeinen politischen Diskurs? Und – sind sich SozialarbeiterInnen ihrer eigenen Möglichkeiten der Selbstvertretung bewusst?

Im theoretischen Diskurs der Sozialen Arbeit ist zunächst geklärt, dass die Profession zumindest politische Eigenschaften – wenn nicht gar ein politisches Mandat – aufweist und somit auch dazu angehalten ist, sich in politische Prozesse und Diskurse „einzumischen“. Die Sichtweise der VertreterInnen der Praxis auf den politischen Gehalt ihrer Arbeit und Profession wird jedoch im wissenschaftlichen Diskurs oft nicht abgebildet. Daher wurden im Rahmen der mit diesem Vortrag gleichnamigen Masterarbeit vier Gruppendiskussionen mit angehenden und praktizierenden SozialarbeiterInnen geführt, um die Auffassungen von VertreterInnen aus der Praxis zu dokumentieren. Dabei konnten mit der Methode der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring sechs thematische Kategorien entwickelt werden, die allen Diskursen gemeinsam waren. Diese Kategorien könnten dazu dienen, Methoden der berufspolitischen Selbstvertretung zu reflektieren, politische Bildung im Studium der Sozialen Arbeit zu verändern und zur Verbesserung der politischen Sprachfähigkeit von SozialarbeiterInnen beizutragen. Im Vortrag werden Forschungsmethode und Ergebnisse der Masterarbeit vorgestellt und versucht sie in einen aktuellen Kontext einzuordnen.

Veranstalter

Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.
Förderverein für "Soziale Arbeit" e.V.

Gefördert von

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