Grußwort des FSA

zum 5. Berufskongresses für Soziale Arbeit: „Engagement aus Erkenntnis“

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin erfreut, dass der im Jahre 2013 in Saarbrücken gegründete Förderverein für Soziale Arbeit (FSA) nun auch schon in Tradition am 5. Berufskongress für Soziale Arbeit mit dem Thema Engagement aus Erkenntnis als Partner des Deutschen Berufsverbandes für Soziale Arbeit (DBSH) fungieren kann. Zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, dass in der von mir verwendeten sprachlichen Form der „Unterstrich“ in der schriftlichen Darstellung verwendet wird, so dass wir hier allen gesetzlich geregelten drei Geschlechtern gebührenden Respekt erweisen und eine Haltung zeigen wollen.

Eine Haltung zeigen, sowohl privat als im Dienst, ist gerade in der heutigen Zeit wichtiger denn je.  

Ob die Fragestellung, die sich um das Thema Flucht und Migration bezieht, die immer stärker werdende Bürokratisierung in den verschiedensten Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit, die andauernde Gefahr, dass politisch erneut am Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie anderen Gesetzen „herum gewurschtelt“ werden soll und viele andere auf die Soziale Arbeit einwirkenden Faktoren bringen die Soziale Arbeit und die in ihr wirkenden Akteure oftmals fachlich in Bedrängnis. Gleichzeitig sind die dauerhaft, vor allem in Großstädten und ländlichen Regionen, verschärfenden Arbeitsbedingungen, die sich aus unterschiedlichen Gründen ergeben, für die in der Profession Sozialen Arbeit beschäftigten Menschen eine große Bürde.

Wir müssen leider feststellen, dass die in Artikel 1 des Grundgesetzes verankerte Haltung „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“ In der heutigen Zeit doch arg und intensiv ausgedehnt und ausgelegt wird. Die Haltung des Artikel 1 des Grundgesetzes spricht von „der Würde des Menschen“ – nicht von der Würde bestimmter Menschen.

Mit großer Freude konnte ich nun feststellen, dass neben der Internationalen Definition und den internationalen Prinzipien (die jeweils national und regional angepasst werden können) auch die Berufsethik eine immer größere Bedeutung findet.  Die Ethikkommission hat mit ihrer Erklärung  zu Diskriminierungen eine klare Haltung bezogen wenn es in der Erklärung heißt:

Die Berufsethik des DBSH, die auf dem (inter)nationalen Ethikkodex basiert, fordert im Zuge dessen Praktiker_innen, Wissenschaftler_innen, Lehrende und Studierende der Sozialen Arbeit dazu auf, Diskriminierungen zu unterlassen und zurückzuweisen. Das bedeutet, verschiedene Diskriminierungsformen (wie Antisemitismus, Rassismus, Klassismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Feindlichkeit gegen Menschen mit Beeinträchtigungen etc.) wahrzunehmen, zu benennen und dagegen vorzugehen (vgl. DBSH 2014; IFSW/IASSW 2004/2010). Das erfordert einen kritischen Umgang auch mit eigenen diskriminierenden Denkweisen, Äußerungen und Handlungen im Kontext der Profession und Disziplin Soziale Arbeit.

Diskriminierende Äußerungen und Handlungen sind aus berufsethischer Perspektive menschenverachtend, verletzend, abwertend und demütigend. Um Diskriminierung zu erkennen, braucht es spezifisches Wissen.

Als Vorsitzender des Fördervereins sehe ich daher gerade auch in der Arbeit an der Haltung innerhalb der Profession eine wichtige und wegweisende Herausforderung die unterstützendwert ist. Die Förderung der Erziehung- und Berufsbildung, worunter der FSA u.a. die Fort-und Weiterbildungsangebote für die Fachkräfte der Sozialen Arbeit, Bildung und Erziehung sowie Veranstaltung von Kongressen, Tagungen und Seminaren zu Themen der Sozialen Arbeit, Bildung und Erziehung zählt, sind wesentliche Elemente unseres Handelns.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei unseren Partnern des 5. Berufskongresses für Soziale Arbeit für die konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit recht herzlich bedanken. Mein weiterer Dank richtet sich an alle Referenten_innen, Sponsoren_innen, Unterstützer_innen, ohne die der Berufskongress für Soziale Arbeit nicht zu meistern wäre.

Wir sind auch erfreut, dass wir mit der Aktion Mensch einen großen Partner haben, der uns die Möglichkeit eröffnet Schriftdolmetscher_innen einzusetzen, um so einen ersten Beitrag hin zu mehr Barrierefreiheit, Teilhabe und Inklusion zu erreichen. An dieser Stelle richte ich meinen besonderen Dank an die Aktion Mensch für ihre Unterstützung.

Ich möchte es auch nicht versäumen mich an dieser Stelle bei allen anwesenden Vertreter_innen aus Politik, Gewerkschaft, Verbänden, Kooperativen Mitgliedern und vielen anderen zu bedanken. Herzlichen Dank für ihr Interesse an der Sozialen Arbeit und herzlichen Dank dafür, dass sie sich für uns heute Zeit genommen haben.

Ich wünsche dem 5. Berufskongress für Soziale Arbeit ein gutes Gelingen.

Mit kollegialen Grüßen,

Thomas Greune
Vorsitzender des Fördervereins für Soziale Arbeit (FSA)
http://foerdervereinsozialearbeit.blogspot.de/

Veranstalter

Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.
Förderverein für "Soziale Arbeit" e.V.

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