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  Grußworte Stöhr 


Grußwort

an die Teilnehmer des 1. Berufskongresses Soziale Arbeit

vom 13. bis 15. November 2008

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

der dbb beamtenbund und tarifunion ist das berufs- und insbesondere auch tarifpolitische Dach des DBSH. Die Kölner Veranstaltung des DBSH jedoch ist ein Berufskongress, auf dem über drei Tage Bedeutung, Qualität und Arbeitsbedingungen von Sozialer Arbeit diskutiert werden soll. Die Menschen, die diese gesellschaftlich so wichtige Arbeit leisten, sollen zu Wort kommen. Von gewerkschaftlicher Interessenvertretung oder gar von Tarifpolitik ist also nicht die Rede. Oder doch? Ich meine sogar: Unbedingt muss auch die Rede sein von gewerkschaftlicher Interessenvertretung, gerade im Bereich der Sozialen Arbeit.

 

Schließlich haben Sie sich selbst das Thema „Nachhaltigkeit statt Entprofessionalisierung“ auf die Fahnen geschrieben. Ich denke, diese alternative Formulierung wurde gewählt, weil zwar allerorten in der Politik der Wert und die Bedeutung für die Soziale Arbeit betont, gleichzeitig jedoch die zur Verfügung stehenden Mittel gekürzt werden. Die Folgen tragen die Beschäftigten in der Sozialen Arbeit, genauso jedoch all die Menschen, die auf Ihre Arbeit angewiesen sind und damit letztlich unsere gesamte Gesellschaft.

 

Wir brauchen deshalb eine gesellschaftliche Diskussion zur Sozialen Arbeit, die der Politik den Spielraum für ungenaue und verschleiernde Rhetorik nimmt. Die Gesellschaft muss wissen, welches Niveau an Sozialer Arbeit sie will; sie muss wissen, was die Folgekosten für die Bürgerinnen und Bürger sein werden, wenn die Sparschrauben weiter gedreht werden. Wir müssen diskutieren, ob Soziale Arbeit unbedingt den wirtschaftlichen Wettbewerb braucht, oder ob nicht der Staat der effektivere Organisator Sozialer Arbeit ist. Privatisierungstendenzen in der Sozialen Arbeit sind also zu hinterfragen. Wir müssen auch zur Sprache bringen, dass Soziale Arbeit vor allem von Menschen geleistet wird. Engagierte Spezialisten mit hochwertiger Ausbildung sind gefragt. Das geht nicht zum Sparpreis.

 

Ich gehe davon aus, dass der DBSH auf seinem Ersten Berufskongress für Soziale Arbeit auch diese Themenaspekte diskutieren wird und ich hoffe, dass daraus Impulse für unsere gemeinsame Arbeit in den gewerkschafts- und tarifpolitischen Gremien des dbb entstehen. Damit wir bei künftigen Tarifverhandlungen die Interessen der Sozialen Arbeit wahrnehmen können, brauchen wir eine Standortbestimmung. In diesem Sinne wünsche ich Ihrem Kongress kontroverse Debatten und einmütige Beschlüsse.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Frank Stöhr

1.Vorsitzender der dbb tarifunion




 

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